22.6.2022 - Ein Blick in die Veranstaltungen im Juni

Am 11. und 12. Juni hat sich Pflanze KlimaKultur! im Rahmen des Langen Tages der Stadtnatur in Berlin und Halle weiteren interessierten Bürger*innen vorgestellt.

In Berlin haben Wayne Schmitt und Kristin Fiedler zum Thema Stadtklima, Phänologie und Klimawandel informiert und unseren Versuchsansatz vor dem Modellbeet – an dem nun auch die Informationstafel aufgestellt worden ist – erläutert. Fotos: Kristin Fiedler und Wayne Schmitt.

 

Aus Halle berichtet Sabrina Träger: "Am Sonntag, 12. Juni, hatten auch wir vom halleschen Pflanze KlimaKultur! Team wieder die Möglichkeit das Projekt interessierten BesucherInnen zum Langen Tag der Stadtnatur 2022 näher zu bringen. Bei schweißtreibenden Temperaturen, aber schönstem Sonnenschein, stellten wir das Projekt mit generellen und praktischen Hinweisen vor und befragten die BesucherInnen während einer kurzen Vorstellungsrunde auch über ihr speziellen Interesse am Projekt. Wir freuten uns besonders über die regen Fragen zum Hintergrund und den biologischen Zusammenhängen, mit denen sich Pflanze KlimaKultur! beschäftigt." Foto: Robin Pelzer.

 

Eine Woche später waren Thora Hermann und Wayne Schmitt im Garten der Begegnung in Berlin-Marzahn zu Gast, wo auch ein Klimabeet betreut wird. Neben den Aktiven dieser Begegnungsstätte kamen auch mehrere „Klimabeetler*innen“ bei Minztee aus eigenem Anbau, Kaffee und Wasser im dortigen Grünen Klassenzimmer zusammen. Nach einem kurzen Auftaktvortrag entwickelten sich auch hier viele anregende Gespräche.

   

 Fotos: Thora Herrmann und Wayne Schmitt.

10.06.2022 "Lehrreiche Panne" mit den Wilden Malven

Leider ist nicht immer drin, was draufsteht – den Satz haben viele von uns sicher schon oft gehört oder selbst verwendet. Gerade sind in (fast) allen Klimabeeten die Wilden Malven aufgeblüht, in kräftig leuchtendem Purpur. Was sehr schön aussieht, ist leider nicht im Sinne des Projektes. Es handelt sich bei diesen zugekauften Pflanzen nicht um die beabsichtigte heimische Wildform, sondern um die Mauretanische Malve, die als Unterart oder auch Zierform der Wilden Malve gerne im Gartenbau verwendet wird. Wir bedauern natürlich, dass wir das nicht früher erkannt haben. Leider sind die vegetativen Unterscheidungsmerkmale (also an Blättern und Stängel) oft nicht klar ausgeprägt, so dass es erst die Blüte verdeutlicht hat.

Uns steht also ein Tausch der Pflanzen bevor. Da wir den Ersatz erst großziehen müssen, machen wir das im Herbst zusammen mit den Kronwicken und Waldreben, die alle Teilnehmer*innen sowieso noch von uns bekommen. Bis dahin müssen wir aber verhindern, dass sich die Mauretanischen Malven in den Beeten vermehren. Das geht am Einfachsten, indem man die Pflanzen jetzt schon entfernt. Als Alternative für alle, die sich noch ein Weilchen an der Blütenpracht erfreuen wollen, müssten die Blüten nach dem Abblühen - in jedem Fall noch vor der Fruchtreife - abgeschnitten werden und damit das eigenständige Aussähen verhindert werden. Alle "Klimabeetler*innen" haben von uns dazu eine separate Information per E-Mail bekommen.

Diese auch bei handelsüblichen Saatgutmischungen gar nicht so selten auftretende Problematik wollen wir gerne in den kommenden Veranstaltungen wieder aufgreifen. Schließlich können diese bei falscher Art- oder Sortenzusammensetzung viel zur "Verfälschung" der heimischen Flora beitragen und lokal sogar Wildformen verdrängen. An den Jungpflanzen sind die Unterschiede oft gar nicht zu erkennen. Vielleicht haben Sie selbst schon Regio-Saatgut verwendet und hatten dann nicht nur Heimisches auf Ihrer Wiese? Oder Sie können im Gegenteil von sehr guten Erfahrungen berichten? Wir sind gespannt.

Links: Malva sylvestris subsp. mauritiana (= Malva mauritiana), Mauretanische Malve, mit breiten tiefvioletten Blütenkronblättern mit dunkel-purpurnem Grund und Aderung

Rechts: Malva sylvestris subsp. sylvestris, Wilde Malve, mit schmaeren rosafarbenen Blütenkronblättern mit purpurfarbener Aderung.

 

Austausch der Malven im Berliner Modellbeet.

Fotos: Birgit Nordt

30.5.2022 Startschuss für die Bürgerdialoge in Leipzig

Die Gewächshäuser des Botanischen Gartens Leipzig bildeten eine stimmungsvolle Kulisse um mit mehr als 40 Leipziger Mitstreiter*innen über das Grüne Leipzig von Morgen ins Gespräch zu kommen. Einen inspirierenden Impuls setze Constantin Suppee vom Amt für Stadtgrün und Gewässer der Stadt Leipzig mit einem Überblick zu aktuellen Initiativen und Bemühungen hin zu einem biodiversitätsfreundlichen und klimaresilientem Leipzig. An vier Tischen kam es zu einem regen Austausch mit vielen kreativen Ideen und neuen Vorschlägen zu Maßnahmen. Dies reichte von Baumscheibenbepflanzung und Nisthilfen über Mängel bei der Ost-West-Fahrradverbindung und Blühstreifen in der Brückenstraße sowie Flächenentsiegelung auf Leuschnerplatz und Augustusplatz bis zu effektiverer Regenwassernutzung bei sinkendem Grundwasserspiegel. Constantin Suppee ging im Anschluss auf konkrete Vorschläge ein und stellte heraus, in welchen Bereichen die Stadt jetzt bereits aktiv ist oder künftige Initiativen plant. Bei einem kleinen Imbiss in den Anzuchthäusern konnten sich die „Klimabeetler*innen“ noch ungezwungen austauschen und das Modellbeet besichtigen.

 

Fotos: © Birgit Nordt und Thora Herrmann

Neugierig auf mehr? – Einen ausführlichen Bericht mit Fotos von Wolfgang Teschner (Förderverein des Botanischen Gartens der Universität Leipzig) finden Sie hier.

 

23.05.2022 Das Modellbeet „Blühender Campus“ an der FU Berlin ist bepflanzt

An der Bepflanzungsaktion des Schaubeets Blühender Campus Anfang Mai waren unterschiedliche Menschen mit dabei, von Nachbarn zu Doktoranden und von Studierenden zu Dozenten. Mit einer Altersspanne von 70 Jahren - zwischen 22 und 92 - war eine bunte Gruppe von Teilnehmer*innen gemeinsam am Buddeln.

Unter dem "Scientist for Future" Banner am Institutstor, das auf das Artensterben aufmerksam macht, wurde das Beet von Pflanze KlimaKultur! in einem sandigen und für Anfang Mai schon zu trockenen Boden angelegt. Die Pflänzchen fühlen sich trotzdem schon wohl und werden liebevoll von den Blühender Campus-Mitgliedern im Wochentakt besucht und sorgfältig beobachtet.

Das Beet ist öffentlich zugänglich und kann vor dem Institut für Biologie in der Königin-Luise-Str. 1-3 jederzeit besucht werden.

 

Fotos und Text © Sophie Lokatis und Noa Terracina

Grundkartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende

09.05.2022 So sieht es jetzt in den Modellbeeten aus.

Je nachdem wann Sie gepflanzt haben, sollten sich alle Pflänzchen soweit etabliert haben, dass sie sichtbar wachsen. Solange sich neue Blätter bilden, können Sie bei "Blattentfaltung" ein "Ja" ankreuzen - nur, wenn Sie sich sicher sind, dass es auch ein neues Blatt ist. In unserem Beet ist das bei allen Arten außer Winterling und Tulpe derzeit noch der Fall.

Die Tulpen sind wahrscheinlich langsam verblüht und die Blätter mehr und mehr seneszent. Achten Sie jetzt vor allem auf Früchte - bis zur Reife kann es aber noch mehrere Wochen dauern. Die Winterlinge (Abb. C) sind bestimmt schon komplett vertrocknet, einzelne haben vielleicht auch Früchte und Samen gebildet, so dass die Anzahl der Pflanzen sich im nächsten Jahr schon verdoppelt haben könnte. Sparen Sie übrigens die Stelle, wo diese stehen, nicht komplett beim Gießen aus. Auch die ruhenden Knollen in der Erde sollten in der Sommerhitze nicht komplett austrocknen.

Jetzt warten Sie sicher auf die nächsten Blüten. Das werden die meisten Arten wahrscheinlich nicht in ihrem ersten Jahr schaffen, hier brauchen Sie etwas Geduld. Mit der Malve rechnen wir auf jeden Fall in diesem Jahr und vielleicht haben Sie auch schon mit dem Steppen-Salbei Glück. Unsere Pflanze ist schon ein Jahr älter, daher strecken sich hier bereits die Sproßachsen und bald werden sich Knospen bilden (Abb. B). Auch Seifenkraut (Abb. I) und Eibisch (Abb. J) können recht schnellwüchsig sein. In diesem Jahr steht zunächst eine gute Blattentwicklung im Vordergrund, damit die Pflanzen in ihrem ersten Sommer genügend Energie für die Blüte im nächsten Jahr tanken können.

Vielleicht sind auch in Ihrem Beet schon Kronwicken gekeimt (hier haben wir am 25.4. Fotos eingestellt, s.u.). Das Pflänzchen auf unserem Beet (Abb. F) ist schon ein paar Wochen älter, die jüngsten Blätter zeigen bereits die später typische Form. Bitte seien Sie nicht enttäuscht, falls es bei Ihnen noch nicht geklappt hat. Die Kronwicke ist manchmal nicht sehr keimfreudig. Wir arbeiten parallel daran, allen, die hier kein Glück hatten, im Herbst kräftige Pflanzen zur Verfügung zu stellen - gemeinsam mit der Waldrebe, an deren Aufzucht wir uns erneut versuchen.


PflanzenÜbersicht

A: Übersicht Modellbeet im Botanischen Garten Berlin am 9. Mai 2022. B: Steppen-Salbei (Salvia nemorosa), C: Winterling (Eranthis hyemalis), D: Wilde Malve (Malva sylvestris), E: Duft-Skabiose (Scabiosa canescens), F: Bunte Kronwicke (Securigera varia), G: Kleines Mädesüß (Filipendula vulgaris), H: Echte Goldrute (Solidago virgaurea), I: Gewöhnliches Seifenkraut (Saponaria officinalis), J: Echter Eibisch (Althaea officinalis).

 

© Birgit Nordt
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Das Projekt hat eine Laufzeit von Juli 2021 bis Februar 2024 und wird im Rahmen des Förderbereichs Bürgerforschung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Es gehört zu 15 Projekten, die bis Ende 2024 die Zusammenarbeit von Bürger*innen und Wissenschaftler*innen inhaltlich und methodisch voranbringen und Antworten auf gesellschaftliche Herausforderungen geben sollen.
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